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Endlich mal morgens herzhaft gelacht

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Es geschieht ja schon sehr selten, daß ich frühmorgens einen Grund habe, wirklich laut und herzhaft zu lachen. So einen wundervollen Startbeginn bescherte mir heute die Sueddeutsche Zeitung mit einem Artikel. Man hat ja bei der SZ nicht immer etwas zu lachen, aber diesmal doch: Die Israel-Korrespondentin des Blattes berichtet darüber, daß Human Rights Watch eine Studie verfasst hat mit dem Titel „Two Authorities, One Way, Zero Dissent“. In diesem 149 Seiten langen Bericht stellt die Menschenrechtsorganisation fest – man höre und staune -, daß nicht nur die radikal-islamische Hamas die eigenen Leute in Gaza foltert, sondern – Breaking News! – auch die „moderate“ Palästinensische Autonomiebehörde von Palästinenserpräsident Abbas!

Auf einem anderen Mond

Auf welchem Mond leben eigentlich die Herrschaften von Human Rights Watch?! Wieso „wußten“ sie das nicht? Erst jetzt geht ihnen ein Licht auf? Wieso wissen wir Journalisten vor Ort (wer’s denn wissen will), aber mehr noch: die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland längst, daß „natürlich“ auch die Fatah, die PA foltern? What’s new? Hat HRW tatsächlich geglaubt, man habe es in Ramallah mit einer demokratischen, menschenrechtsachtenden Regierung zu tun?

All das ist wahrlich nicht neu. Und es bleibt die Frage im Raum, warum sich HRW und andere nicht viel früher dieser Problematik zugewandt haben. Wahrscheinlich waren sie viel zu sehr mit Israel beschäftigt? Oder was soll dieser blinde Fleck?

Gegenseitiges Aufwiegen ist Unsinn

Und nein – liebe Pro-Israel-Aktivisten – was die PA und die Hamas macht, rechtfertigt gar nichts, was Israel macht. Und es ist jetzt mühselig aufzuwiegen, wer besser, wer schlechter ist. Natürlich ist Israel als Staat mit Recht und Gesetz in vielen Dingen wesentlich besser, sicherer und freier für seine Bürger als beide „Regierungen“ der Palästinenser. Ändert nichts daran, daß trotzdem Mist gemacht wird. Viel Mist.

Eine Villa im Dschungel

Aber: Eventuell werden die lieben Menschenrechtsverteidiger endlich mal aufwachen und kapieren, daß es in diesem Konflikt nicht „gut“ und „böse“ gibt. Und daß Israel, mit den Worten Ehud Baraks, trotz allem „eine Villa im Dschungel“ ist. Trotz allem. Fragen Sie nur mal die Auslandskorrespondenten, wo sie sicherer fühlen: in Tel Aviv oder Damaskus, Kairo, Bagdad, Riad…

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