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Gibt’s Krieg? Nö, der fällt ins Wasser

Es schüttet in Tel Aviv, drei Tage Regen und Sturm sind angesagt, nachdem gestern noch Frühling herrschte. Nun gut, es ist ja Winter und die Region kann Wasser dringend brauchen. Darum freuen sich Israelis über schlechtes Wetter, im Gegensatz zu uns Europäern, die wir spätestens ab Ende Oktober in Trübsal verfallen.

In den letzten Tagen wurde ich von Freunden in In- und Ausland immer und immer wieder gefragt, ob es Krieg geben wir im Norden, nachdem die Israelis begonnen haben, die Tunnels, die die Hizbollah tief hinein nach Israel gegraben hat, zu zerstören.

Schlechtes Wetter

Ich bin mir ziemlich sicher, daß es – zumindest jetzt – keinen Krieg geben wird. Der erste Grund: Das Wetter. Nun gut, es hat auch im Dezember 2008 Krieg gegeben – gegen die Hamas in Gaza. Aber das war etwas anderes. Ein Krieg mit der Hizbollah im gebirgigen Grenzgebiet zwischen Israel und Libanon ist etwas anderes als im flachen Gaza. Die israelische Armee hat sicher kein Interesser bei schlechter Witterung Bodentruppen loszuschicken, wenn dann noch dazu Wolken und schlechtes Wetter für die Aufklärung zusätzliche Schwierigkeiten bereiten können.

Verteidigen, nicht angreifen

Aber es gibt noch zwei Gründe, warum es jetzt – zum Glück – keinen Krieg geben wird. Israel agiert im Augenblick ausschließlich auf eigenem Gebiet. Die Zerstörung der Tunnels findet auf der israelischen Seite statt, das wird immer wieder betont – was ein Zeichen für die Hizbollah ist, daß man keine Absicht hat, in einen direkten Angriff überzugehen.

Auch die Hizbollah und der Iran signalisieren verbal, das sie zur Zeit an einer Eskalation kein Interesse haben. Der Iran schweigt sich zur Operation „Northern Shield“, wie die israelische Armee ihre Aktion nennt, aus. Die Hizbollah warnt dagegen ständig, sie würde sofort zurückschlagen, falls Israel angreifen sollte – also: sie würde sich „nur“ verteidigen. Aber sie würde nicht von sich aus angreifen.

Kaum Präzisionsraketen?

Interessant ist, was heute die „Times of Israel“ meldete: Demnach soll ein israelischer „Offizieller“ erklärt haben, die Hizbollah verfüge lediglich über „ein paar Dutzend“ Raketen, die mit Lenksteuerung versehen seien, nicht über ein paar Tausend. Mit anderen Worten: Nur ein paar wenige Raketen sollen Präzisionsraketen sein, die ein bestimmtes Ziel anpeilen und auch treffen könne. Israel habe viel getan, um die Zahl gering zu halten. Und auch das will heißen: verdeckte Operationen im Libanon scheinen zur Tagesordnung der israelischen Geheimdienste zu gehören. Wenn’s denn stimmt. Denn natürlich ist der derzeitige „Krieg der Worte“ immer auch ein Stück Propaganda. Solange niemand dabei zu Schaden kommt, soll’s gut sein…

 

 

Ein Gedanke zu „Gibt’s Krieg? Nö, der fällt ins Wasser

  1. Wenn wegen dem Wetter Krieg ausbleibt, dann ist aber „schlechtes Wetter“ „sehr gutes Wetter“. Und es bewahrheitet sich wieder der Spruch „Regen bringt Segen“.

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