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Obama wird Kanzler

In Israel gab es vor einigen Jahren einen Witz, der so gut war und so viel Wahrheitsgehalt hatte, daß man ihn auch heute noch erzählen kann. Gerade heute vielleicht. Der ging so: um die politischen und gesellschaftlichen Probleme der USA, der Deutschen und der Israelis zu lösen, müßte man nur einen kleinen Tausch vornehmen: Angela Merkel wird israelische Premierministerin (sie wird in Israel bis heute sehr geschätzt und verehrt), Benjamin Netanyahu wird für die Republikaner Präsidentschaftskandidat und übernimmt dann das Weiße Haus (viele Republicans dachten und denken, daß Bibi der ideale Mann für sie wäre). Und die Deutschen bekommen ihren Liebling: Barack Obama wird Kanzler.

Obama, Kanzlerkandidat der SPD

Nun, angesichts des Versuchs so einiger in der CDU, die Partei weiter nach rechts zu schieben, könnte man meinen, dieser Witz hätte heute keine Gültigkeit mehr. Aber angesichts der Tatsache, daß die SPD gerade zum „Verteidigungsbollwerk“ der GroKo stilisiert wird, wäre ich nicht so sicher, ob die Sozialdemokraten mit einem Kanzlerkandidaten Obama nicht einfach durch die Decke schießen würden und selbst Robert Habeck alt aussehen ließen.

Nun ja, Obama hat vielleicht für viele nicht die richtige Hautfarbe, aber wie sagte einst Roberto Blanco auf einem CSU-Parteitag: „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“. Was, im Falle von Obama, dann natürlich wieder auf eine GroKo herausliefe, oder?

„Charmeoffensive“

Ok, die Lage in Berlin ist viel zu ernst, als daß man darüber Witze machen sollte, aber so aus der Ferne betrachtet, verstehen natürlich viele die innenpolitische Lage in Deutschland nicht. Hier in Tel Aviv wissen tatsächlich viele Israelis überhaupt nicht, daß es eine Krise bei der CDU gibt. Und die, die das mitbekommen haben, fragten mich heute, ob denn Merkel noch Kanzlerin sei. Als ich dies bejahte, kam nur ein trockenes „dann ist doch alles in Ordnung“ – und die Sache war angesichts der hiesigen Probleme sofort abgehakt. Bis auf das mit der AfD und der „Charmeoffensive“ von CDU und FDP in Thüringen. Da sind die Seismographen hier sofort in die Höhe geschossen – demokratische Parteien kungeln mit Rechtsextremen? Mit Antisemiten? Das geht gar nicht. Und das wird hier natürlich registriert, wie so alles, was in den letzten Jahren in Europa in Sachen Antisemitismus und Rassismus so vorgefallen ist und weiter vorfällt. Aber wenn es dann um die Feinheiten der innenpolitischen Debatte geht, da passen die Leute. Es ist dann doch zu weit weg.

Boulangeries und Schweinsbraten

„Wird’s jetzt bald Restaurants mit Sauerkraut und Schweinsbraten in Tel Aviv geben?“ – so begrüßte mich allerdings mein Nachbar heute morgen lachend, in Anspielung auf die französische Einwanderung der letzten Jahre und der Eröffnung zahlreicher Boulangeries und Patisseries in Tel Aviv. Mit anderen Worten: kommen die deutschen Juden nun bald auch? Eine Frage, die ich natürlich nicht beantworten kann. Von der ich aber weiß, daß sie mittlerweile in jüdischen Kreisen in Deutschland virulent geworden ist. Nach Halle mehr denn je. Und nach Erfurt wohl erst recht.

 

2 Gedanken zu „Obama wird Kanzler

  1. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ Ich freue mich, dass Sie, lieber Herr Schneider, ihn noch nicht verloren haben.
    Mit herzlichen Grüßen aus Berlin-Köpenick

  2. Wenn Sie die deutschen Juden immer nach Israel locken wollen, sollten die aber immer im Hinterkopf haben, dass Sie selbst, die ihnen diesen Schritt immer wieder direkt oder indirekt nahe legen, finanziell völlig von Deutschland abhängig sind. Sie verdienen ihr Geld in Deutschland und auch ihre Rente werden Sie von dort erhalten. Und auch krankenversichert sind Sie ja wohl in Deutschland. Aus dieser bequemen Position heraus kann man anderen schön Mut machen ein volles Risiko einzugehen, indem man seine Heimat verlässt…;-)

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