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Pause

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Sie haben’s ja gemerkt – ich habe eine kurze Pause vom Blog gemacht. Ich brauchte einfach mal ein paar Tage, um zu lesen, nachzulesen, wie in Europa die allgemeine Diskussion um den wachsenden Rechtsextremismus und -populismus läuft. Das Projekt „illiberale Demokratie“ scheint ja, leider, gut voranzukommen. Und wenn ein konservativer Politiker in Deutschland plötzlich die Migration als die „Mutter aller Probleme“ bezeichnet, dann erleben wir in Echtzeit, wie nun mehr und mehr auch in Deutschland die Sprache allmählich die demokratische Ethik und den Grundkonsens einer liberalen Gesellschaft zerstört. Wenn Politiker des demokratischen Establishments sprachlich dermaßen zündeln, dann darf sich niemand mehr wundern. Der „Sprachschatz“ des rechten Randes ist in der Mitte angekommen, die Prinzipien menschlichen Miteinanders werden mehr und mehr zerfranst, ausgedünnt, vernichtet. Niemand, wirklich niemand, darf sich in Zukunft wundern, wenn sprachlicher Verrohung physische Gewalt folgt. Wir brauchen uns dann nicht wundern, wenn wir in Deutschland bald Politiker vom (auch sprachlichem) Schlage eines Orbáns, eines Straches, oder gar eines Salvinis haben. Deutschland ist auf dem Weg dahin. Das ist deprimierend, schrecklich und leider aber auch kein Wunder. Die Entwicklung kommt nicht aus dem Nichts. Sie hat sich vor sehr langer Zeit angedeutet – aber man hat halt wieder nur abgewiegelt und verharmlost. Die Zeit des Abwiegelns ist jetzt aber endgültig vorbei.

3 Gedanken zu „Pause

  1. Ja, und deswegen wäre es höchste Zeit, dass sowohl der Innenminister Seehofer, als auch der Verfassungsschutzpräsident Maaßen „zurückgetreten“ werden. Sie sind für ihr Amt nicht mehr tragbar.

  2. Ja mei. Der Seehofersche Spruch, Migration sei die „Mutter aller Probleme“ wäre ein zündelndes Zeichen, er zerstöre die demokratische Ethik und den Grundkonsens einer liberalen Gesellschaft, der Sprachschatz des rechten Randes sei dadurch in der Mitte angekommen, die Prinzipien des menschlichen Miteinanders würden zerfranst, ausgedünnt und vernichtet, das sei sprachliche Verrohung?

    Geht´s nicht ein bisschen kleiner?

    Natürlich ist die Migration nicht Ursache „aller“ Probleme, noch weniger wären es die Migranten, aber dass die von Frau Merkel zu vertretende ungeregelte Einwanderung des Jahres 2015 und deren Folgen jetzt und mit großer Wahrscheinlichkeit auch in kommenden Jahrzehnten einen Großteil der hiesigen Probleme ausmacht, dass dieser wie immer zu quantifizierende Anteil die Ursache eines zunehmenden gesellschaftlichen und parteipolitischen Antagonismus ist und zum Aufkommen der AfD geführt hat und weiter führen wird, ist doch wohl kaum bestreitbar. Für die CSU bedeutet sie den Verlust ihres dominierenden Einflusses in Bayern und die Marginalisierung im Bund. Wenn deren Parteivorsitzender (und eben deswegen vor kurzem gestürzter Regierungschef) das auf den Nenner bringt, die Migration sei die Mutter aller Probleme, so hat diese Aussage aus meiner Sicht einen anderen politischen Sprüchen oft fehlenden wahren Kern und ist außerdem ein sprachwitziger Schlenker auf Mutti Merkel.

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