Antisemitismus

Schmock

Wissen Sie, was ein Schmock ist? Nun, im Jiddischen ist dies in seiner ursprünglichen Bedeutung das männliche Geschlechtsteil. Dann aber wird dieser Begriff auch benutzt für jemanden, der, nun ja, eher ein „unguter“ Mensch ist, um es höflich auszudrücken.

Der Bürgermeister von Aalst in Belgien scheint ein solch „unguter“ Mensch zu sein. Christoph D’Haese heißt dieser Mann und er hat einer belgischen Zeitung, der „Het Laatste Nieuws“ folgendes Interview gegeben: Es sei nicht „Sache des Bürgermeisters etwas zu verbieten“ und „Die Teilnehmer am Karnevalszug hatten sicher keinerlei sinistre Absichten“. Ach ja?

Was ist geschehen? Sehen Sie selbst:

Das ist also kein Antisemitismus? Da fällt einem nichts mehr ein. Aber es zeigt einmal mehr: Es gibt kaum noch ein Halten in Sachen Antisemitismus in Europa. Nichts scheint mehr unmöglich.

 

2 Gedanken zu „Schmock

    1. Und eine Anmerkung dazu: In diesem Video sind Shtreimel tragende Karnevalisten auf/um einen Wagen zu sehen… – Hinter den antisemitischen Darstellungen vom „geldgierigen Juden“ in Form von Figuren aus Pappmaché können sich die Macher irgendwie verstecken/anonym bleiben, aber jene andere, die in Kostüme geschlüpft sind, zeigen überdeutlich, wie gross das Problem ist. Sie sind zahlreich. Veranstalter haben diesen Wagen genehmigt. Jemand hatte die Idee dazu. Leute haben das geplant, lange daran gesessen, haben die Anfertigung von Kostümen in Auftrag gegeben. Jemand hat den Auftrag angenommen. Zahlreiche Personen haben ihn ausgeführt. Mehr als zwei Dutzend Personen haben bereitwillig die Kostüme angezogen und sind damit in die Öffentlichkeit gegangen. Der Wagen fuhr durch die Strassen. Menschen am Strassenrand haben wahrscheinlich geschaut, teilweise gejubelt, vielleicht leise Anstoss genommen, aber nicht lautstark dagegen protestiert… –

      Da agitiert nicht ein rechtsextremer M’bala M’bala (Dieudonné) in Frankreich, sondern hier sind es die berühmten Bürger aus der Mitte der Gesellschaft, und DAS in DER Form ist doch wieder neu.

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