Israelische Wahlen 2019

Wahlkampfgetöse

Veröffentlicht

Wenn’s nicht so traurig wär‘, könnte man sehr herzlich lachen.

Die Wahlkampfzeit in Israel ist der pure Wahnwitz. Rechts und Links fallen sich potentielle Partner in den Rücken, lösen Bündnisse auf, beschimpfen sich und stecken sich Messer in den Rücken.

In der sogenannten „Mitte“ etabliert sich eine neue Partei mit ihrem Chef Benny Gantz, einem ehemaligen Generalstabschef, den viele wählen wollen, der aber bislang noch absolut nichts über das Programm seiner Partei gesagt hat. Was er will, wie er es will, wohin er will – keine Ahnung. Nichts. Aber mehr als 15 Mandate seien ihm schon sicher. Zum Piepen!

Und schließlich der ewige Bibi, der inzwischen zittern muß, ob und wann er angeklagt wird. Es könnte sein, daß er vor einer offiziellen Anklage noch einmal gehört wird, er also nochmal offiziell Rede und Antwort stehen muß, ehe der Generalstaatsanwalt dann endgültig entscheidet, ob er ihn anklagt. Viele sind inzwischen überzeugt: Er wird ihn anklagen. Die Frage ist nur noch: vor oder nach den Wahlen.

Was für ein Kasperltheater, könnte man meinen. Doch die Israelis sind es gewohnt. Es geht eigentlich fast immer so zu in der israelischen Politik. Das Unglück dabei allerdings ist, daß die besten Köpfe des Landes aus genau diesen Gründen nicht in die Politik gehen – und das seit vielen, vielen Jahren. Die klugen Köpfe gegen in die Wirtschaft, an die Unis, ins Ausland. Nur nicht in die israelische Politik. Und die, die es doch tun, werden vom System, von dem Parteiengezänk, von den kleingeistigen Streitereien, Machtkämpfen und der Mißgunst allmählich in ihrem Idealismus kleingemacht.  Schade eigentlich.

Ein Gedanke zu „Wahlkampfgetöse

  1. .. das ist allerdings keine so gute Voraussetzung für so ein kleines angefeindetes Land, in dem es absolut notwendig wäre, dass die Menschen zusammenhalten. Wie will Israel dann bestehen .. ??

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.